Katheterlocklösungen mit Citrat in der Dialyse: Wirkstoff, Konzentrationen und Unterschiede
Katheterlocklösungen sind ein wichtiger Bestandteil der Versorgung zentralvenöser Dialysekatheter. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über den Wirkstoff Trinatriumcitrat, die Unterschiede zwischen 4 %, 30 % und 46,7 % sowie den Stellenwert von Locklösungen in der täglichen Praxis.

Einleitung
Zentralvenöse Katheter sind für viele Patientinnen und Patienten ein wichtiger Gefäßzugang in der Dialyse. Gleichzeitig können Katheterdysfunktionen durch Gerinnselbildung und katheterassoziierte Infektionen die Versorgung erschweren.
Katheterlocklösungen werden zwischen den Dialysebehandlungen in das Katheterlumen eingebracht. Ein etablierter Wirkstoff hierfür ist Trinatriumcitrat. Citrat-Locklösungen stehen in unterschiedlichen Konzentrationen zur Verfügung, deren Eigenschaften sich unterscheiden.
USmed bietet mit Citra-Lock™ und C-Lock Katheterlocklösungen mit 4 %, 30 % und 46,7 % Trinatriumcitrat an.
Was ist der Wirkstoff von Citra-Lock und C-Lock?
Der Wirkstoff der Citra-Locklösungen ist Trinatriumcitrat. Citrat bindet Calciumionen, die für die Blutgerinnung benötigt werden, und entfaltet dadurch seine antikoagulatorische Wirkung.
Die Eigenschaften einer Citrat-Locklösung hängen unter anderem von ihrer Konzentration ab. Deshalb sollten 4%ige und hochkonzentrierte Citrat-Lösungen fachlich nicht gleichgesetzt werden.
Welche Unterschiede gibt es zwischen 4 %, 30 % und 46,7 % Citrat?
Citrat 4 % wird als Antikoagulans eingesetzt. Eine direkte antibakterielle Wirkung wird für diese Konzentration nicht beschrieben. Untersuchungen zeigen jedoch eine Hemmung der Biofilmbildung durch Citrat; in vitro wurde diese bereits ab einer Konzentration von 0,5 % beobachtet.
Hochkonzentrierte Citrat-Locklösungen wirken zusätzlich antimikrobiell. Untersuchungen von Weijmer et al. zeigten eine zunehmende antimikrobielle Aktivität bei steigender Trinatriumcitrat-Konzentration; bei 30 % wurde in den untersuchten Versuchen unter anderem eine Wirkung gegenüber E. coli, P. aeruginosa und C. albicans festgestellt. In der randomisiert-, kontrolliert-, doppelblinden Multicenterstudie von 2005 wurde die katheterassoziierte Blutstrominfektion (CRB) gegenüber Heparin von 4,2 auf 0,8 / 1000 Kathetertage reduziert. Winnet et al. stellten einen signifikanten Rückgang der CRB nach dem Wechsel von 5000 i.E. Heparin auf Trisodium-Citrat 46,7% von 2,13 auf 0,81 / 1000 Kathetertage fest.
Bei hochkonzentrierten Citrat-Lösungen sind jedoch die jeweiligen Anwendungshinweise und die korrekte Dosierung besonders zu beachten.

Katheterlocklösungen mit Citrat 4 %
Für 4%iges Citrat liegen verschiedene klinische Untersuchungen im Vergleich zu Heparin vor. In den in unseren Unterlagen aufgeführten Arbeiten von Grudzinski, MacRae und Yon wurden unter anderem Katheterfunktion, Thrombosen beziehungsweise notwendige Katheterwechsel untersucht.
Wichtig ist dabei eine klare Abgrenzung: Citrat 4 % ist keine antibakterielle Locklösung. Studien berichten dennoch Unterschiede bei katheterassoziierten Infektionen gegenüber Heparin; als möglicher zusätzlicher Faktor wird die Hemmung der Biofilmbildung diskutiert.
Katheterlocklösungen sind Teil einer Bündelstrategie
Die Wahl der Locklösung ist nur ein Baustein bei der Prävention von Katheterkomplikationen. Eine erfolgreiche Versorgung zentralvenöser Dialysekatheter erfordert das Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen.
Dazu gehören insbesondere konsequente Basishygiene, standardisierte Abläufe bei der Manipulation am Katheter, korrektes Spülen und Blocken sowie die regelmäßige Schulung des medizinischen Personals. Locklösungen sollten immer als Teil einer solchen Bündelstrategie betrachtet werden.
„Katheterlocklösungen sind ein wichtiger Baustein, im besten Ergebnis gemeinsam mit konsequenter Hygiene und standardisierten Abläufen.“
Ampulle oder vorgefüllte Fertigspritze?
Neben Wirkstoff und Konzentration spielt auch die Darreichungsform eine Rolle.
Citra-Lock ist als 5-ml-PE-Ampulle erhältlich. C-Lock steht als vorgefüllte Fertigspritze in unterschiedlichen Füllvolumina zur Verfügung. Vorgefüllte Spritzen reduzieren gegenüber dem manuellen Aufziehen die erforderlichen Arbeitsschritte und damit mögliche Kontaminationsschritte. Unsere Produktschulung führt außerdem die Vermeidung von Nadelstichverletzungen sowie von Glas- oder Gummipartikeln als Aspekte der Anwendersicherheit auf.
Fazit: Die passende Katheterlocklösung hängt vom Versorgungskonzept ab
Citrat-Locklösungen sind in unterschiedlichen Konzentrationen und Darreichungsformen verfügbar. Während 4%iges Citrat primär als Antikoagulans eingesetzt wird, weisen hochkonzentrierte Citrat-Lösungen zusätzliche antimikrobielle Eigenschaften auf.
Welche Konzentration und Darreichungsform eingesetzt wird, sollte sich am jeweiligen Katheter, dem individuellen Versorgungskonzept, den geltenden Anwendungshinweisen und den hygienischen Rahmenbedingungen orientieren. Die Katheterlocklösung bleibt dabei ein Bestandteil einer umfassenden Strategie zur sicheren Versorgung zentralvenöser Katheter.
Literatur
Eine Auswahl der in diesem Beitrag zitierten Studien:
1. Grudzinski L et al. Nephrol Dial Transplant. 2007;22(2):471–476.
2. MacRae JM et al. Clin J Am Soc Nephrol. 2008;3(2):369–374.
3. Yon CK et al. Am J Health Syst Pharm. 2013;70(2):131–136.
4. Weijmer MC et al. Nephrol Dial Transplant. 2002;17(12):2189–2195.
5. Weijmer MC et al. J Am Soc Nephrol. 2005;16(9):2769–2777.
6. Bosma JW et al. Nephrol Dial Transplant. 2010;25(4):1213–1217.
7. Winnett G et al. Nephrol Dial Transplant. 2008;23(11):3592–3598.
Noch Fragen?
Unser Team berät Sie gerne zu den passenden Locklösungen für Ihre Einrichtung.



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